Mittwoch, 3. Februar 2016

Meine alte, neue Liebe: Hand Lettering

Seit meiner Grundschulzeit (Schrift Note: 1) schreibe ich gerne. Schon als kleines Mädchen hatte ich eine ausgeprägte Schwäche für Stifte in allen Variationen, kleine Notizbüchlein, Farbkästen und alles, was man so auf einem Schreibtisch fand. Ständig wurden kleine Zettelchen, Briefchen, Poesiealbum-Einträge und später in der Realschule Steckbriefe und ganze Briefbücher geschrieben. Ich hatte diverse Brieffreunde aus aller Welt und habe regelmässig kleine Romane in die USA, nach Afrika, Polen, Österreich und innerhalb Deutschlands verschickt. Die Briefe und Briefumschläge waren dabei immer mit Aufklebern, Schnörkeln und kleinen Zeichnungen versehen. Zu Hause habe ich kleine Gedichte geschrieben, meine Schulbücher von innen und außen bekritzelt und alles beschriftet was nicht niet und nagelfest war. Außerdem habe ich alle Nase lang meine Handschrift verändert und ständig neue Buchstaben ausprobiert. Aber genau wie das Zeichnen und Malen ist leider auch das Schreiben irgendwann eingeschlafen. Kalendereinträge, Einkaufszettel, Rezepte und Grußkarten mal ausgenommen. Was mich aber nicht davon abgehalten hat, meine Stiftesammlung mit den Jahren kontinuierlich zu erweitern.

Als ich vor knapp zwei Jahren beim Blogst BarCamp in Köln an Frau Hölles SketchAttack Workshop teilgenommen habe, überkam mich zunächst wieder die große Lust zu zeichnen, bald gefolgt von der Lust wieder mehr und vor allem schön mit der Hand zu schreiben. Als ich dem kleinen Fräulein vor etwas über einem Jahr Pinselstifte zu Weihnachten schenkte, ahnte ich allerdings noch nicht, dass diese Stifte mal zu einem neuen Lieblings Spielzeug werden könnten. Dass man damit auch prima schreiben kann, habe ich irgendwann letztes Jahr auf Instagram entdeckt und daraufhin auch gleich meine ersten eigenen Pinselstifte gekauft. Die vom Fräulein durfte ich nämlich nicht haben, die waren ja schließlich für sie zum malen. Pöh.

Mit meinen ersten Brushpens habe ich im letzten halben Jahr also immer mal wieder ein bisschen herumprobiert und den ein oder anderen Geschenkanhänger oder ähnliches beschriftet. Als Frau Hölle dann Ende des Jahres ihre erste #letterattackchallenge für Januar ankündigte, deckte ich mich mit weiteren Farben ein und letterte jeden Tag ein neues Wort, um am Ball zu bleiben. Wollt ihr mal sehen?


Wie siehts bei euch aus? Schreibt ihr gerne mit der Hand oder lieber elektronisch? Hat euch das Hand Lettering Virus auch schon angesteckt? Erzählt doch mal!

Kommentare:

  1. Deine Beispiele sind schöner als gedruckt! Ich hab mich vor Jahren mal intensiv mit Kalligrafie beschäftigt und auch viel geschrieben, geübt und manches in meine Handschrift übernommen. Hach, es gibt einfach zuu viele schöne kreative Sachen, die man machen KÖNNTE. Der Fluch des Vielbegabten. Danke fürs Inspirieren...

    AntwortenLöschen
  2. Oh das sieht toll aus! :) Ich wollte eigentlich auch mal an so einer Challenge teilnehmen, aber ich finde im Moment irgendwie nicht die Zeit dazu, täglich was zu machen... Aber immerhin schaffe ich zwischendurch immer mal ein kleines Lettering :)

    Liebe Grüße ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, so geht's mir leider auch. Aber jeden Abend ein Wort auf dem Sofa - das bekomme ich locker hin.

      Liebe Grüße!

      Löschen
  3. Ich wünschte, ich könnte so schön schreiben - meine Handschrift wird jedes Jahr schlechter :-(
    Liebste Grüße,
    Maarika

    AntwortenLöschen
  4. In meiner Ausbildung zur Schriftsetzerin musste ich viele verschiedene Schriften skizzieren, leider braucht man das heute nicht mehr. Deshalb war ich auch begeistert, Frau Hölle entdeckt zu haben. Nun übe ich immer, wenn es die Zeit zulässt.

    AntwortenLöschen
  5. Wow Sarah...
    Was für eine wunderschöne Handschrift...
    Das könnte glatt gestempelt sein!
    Da bin ich begeistert...
    Ganz liebe Grüße von Ruth

    AntwortenLöschen
  6. In meiner Klasse haben alle Mädchen damals ständig das Schönschreiben geübt. Ich fand immer schade, dass Elemente, die eine gerade für sich entdeckt hatte, immer sofort von allen anderen kopiert wurden, sodass eigentlich alle Schriften gleich aussahen. Dasselbe galt für die Sprüche, die man sich gegenseitig auf die Federtasche oder Schulmappe schrieb. Individualität wurde noch nicht respektiert.
    Als Linkshänderin hatte ich immer Schwierigkeiten, schön zu schreiben, weil es damals noch keine Linkshänderfüller gab, die Lehrer noch nicht wussten, was bei Linkshändern zu beachten ist, manche schlugen sogar vor, ich solle lieber mit rechts schreiben.
    Meine Schrift hat sich erst lange nach der Schulzeit so richtig ausgeprägt, im Studium habe ich mit dann endlich einen richtig schönen Linkshänderfüller gekauft und damit alle Mitschriften in den Vorlesungen gemacht. Ich schreibe noch heute gern mit der Hand, habe aber auch kein Smartphone.
    Kennst Du Bullet Journaling/Filofaxing? Das könnte Dir auch Spaß machen. Da gibt es viel auf Pinterest, Instagram und Youtube zu sehen, schau mal rein. Es gibt auch tolle Doodeling-Videos, mir macht es Spaß, sowas anzusehen. Ich verwende Elemente davon gern für meine Listen und Kalender.

    Liebe Grüße,
    Henriette

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, so habe ich das auch noch in Erinnerung. Aber das war irgendwie normal, dass man sich gegenseitig inspirierte und kopierte.

      Meine Tochter ist Linkshänderin, aber außer einem Lamy Füller mit Linkshänder Feder und einer anderen Schere benötigt sie bisher nichts weiter. Viele finden ihre Schrift toll, aber in meinen Augen schreibt sie recht krakelig - aber sie ist auch erst 8. Hast du irgendwelche Schönschreib-Tipps?

      Liebe Grüße, Sarah

      Löschen
    2. Ich habe im Studium ein Buch über Linkshändigkeit gelesen und das hat mir die Augen geöffnet, was man alles beachten sollte beim Schreiben. So muss der Linkshänder z.B. immer links am Tisch sitzen. Sitzt ein Rechtshänder links daneben, stoßen sie sich beim Schreiben immer gegenseitig mit den Ellenbogen.
      Dann sollte das Heft schräg hingelegt werden, inzwischen gibt es spezielle Schreibunterlagen dafür. Die Hand wird beim Schreiben mit geradem Handgelenk unter der Schrift gehalten, bloß nicht im Handgelenk abknicken, um die Hand über der Schrift zu führen. Diese Haltung führt zu Schmerzen!
      Hier gibt es ein Video:
      https://www.youtube.com/watch?v=bUoViEUBr_Y

      Leider sind Werkzeuge im Allgemeinen nur auf Rechtshänder ausgelegt, das beginnt in der Küche bei Dosenöffnern und Korkenziehern, geht bis hin zu Schweißbrennern (ich bin Ingenieurin), Hebelschneidern und Nähmaschinen.

      Mein Sohn ist knapp acht und schreibt noch nicht schön. Ich glaube, in dieser Phase ist Individualität in der Schule noch gar nicht erwünscht. Die Kinder müssen erst einmal die "Normschrift" lernen, bevor sie sie dann in gewissen Grenzen verändern dürfen.
      Ich lasse ihn möglichst viel mit der Hand schreiben, z.B. Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten, die Einkaufsliste, Postkarten aus dem Urlaub an seine Freunde oder Dankeschön-Briefe für Geschenke.
      Ich schreibe auch möglichst im Beisein meiner Kinder von Hand und kommentiere, was ich da mache, also z.B. wie ich mir ein Blatt aufteile für eine Liste oder ein Kochrezept.

      Wenn Dir das Hand Lettering so viel Spaß macht, dann lass Deine Tochter doch einfach mitmachen. Oder Ihr macht gemeinsam Bilder, sie malt und Du schreibst. Sie wird sich mit der Zeit bestimmt das eine oder andere abgucken.
      Aber letztendlich muss sie ja nicht unbedingt schön schreiben. Linkshänder sind statistisch gesehen sehr intelligent, oft mathematisch und auch künstlerisch sehr begabt. Schau halt, wo ihre Talente liegen und fördere sie.

      Liebe Grüße,
      Henriette

      Löschen
  7. Meine Handschrift, naja, ich erhalte viele Komplimente UND ich schreibe sehr gerne von Hand. Mir ist jedoch der Stift, der Fülli oder Kulli sehr wichtig. Bin da echt sehr wählerisch. Ich kann Dir versichern, arbeiten in einer Papeterie wäre mein Untergang. Genau vor einem Jahr besuchte ich mit einer Kollegin "Schreiben von Hand", da habe ich wirklich einzelne Buchstaben verbessert bzw. eine andere Lösung gefunden. Das C und der K gefielen mir vorher in meiner Schnörkelschrift überhaupt nicht. Freu mich auf weitere handgeschriebene Zeilen von Dir. Griessli Cornelia
    PS: muss wohl unbedingt in eine Papeterie und mir endlich so einen Tombow kaufen;-)

    AntwortenLöschen